Für Turnvereine

Turnfest und Abendunterhaltung
mit vollständig besetzten Riegen

Vom Zeltbau am Donnerstag bis zum Abbau am Sonntagmorgen: Schichtplaner führt die Einsätze pro Riege, macht die Einsatzpflicht überprüfbar und liefert die Zahlen für die Hauptversammlung.

Der Anlass dauert einen Tag, die Arbeit vier

Wer schon ein Turnfest oder einen Unterhaltungsabend organisiert hat, kennt die Verteilung: Für den eigentlichen Anlass finden sich Helfer. Für den Zeltbau am Donnerstagabend, den Saalumbau zwischen Wettkampf und Aufführung und den Abbau am Sonntagmorgen finden sich deutlich weniger. Dabei liegt dort der Grossteil des Personalbedarfs – bei einem mittleren Turnfest sind Auf- und Abbau zusammen locker die Hälfte aller Einsatzstunden.

Turnvereine haben zudem eine Besonderheit, die andere Vereine nicht kennen: die Riegenstruktur. Aktivriege, Männerriege, Damenriege, Jugend und Muki-Turnen sind eigenständige Gruppen mit eigenen Leitern, eigener Kultur und sehr unterschiedlicher Bereitschaft, an einem Samstagabend hinter der Bar zu stehen. Wenn die Einsatzpflicht an der Hauptversammlung diskutiert wird, geht es fast nie um Einzelpersonen, sondern um Riegen: «Wir stellen jedes Jahr die Küche, die anderen kommen zum Essen.»

Diese Diskussion lässt sich nur mit Zahlen führen, die niemand bestreiten kann. Schichtplaner erfasst jeden Einsatz mit Riegenzugehörigkeit und bestätigter Anwesenheit. Am Ende steht keine Behauptung, sondern eine Auswertung.

Beispiel-Schichtplan: Turnfest mit Unterhaltungsabend

Vier Tage von Donnerstag bis Sonntag, elf Schichten, 86 Plätze. Die Struktur zeigt, wie sich Infrastruktur, Wettkampf, Küche und Abendbetrieb überlagern.

Do · 17:00–22:00

Zeltbau, Boden verlegen, Strom ziehen

12

Aktivriege und Männerriege, Werkzeug mitbringen

Fr · 16:00–20:00

Wettkampfanlagen stellen, Matten legen

8

Nach Plan der Wettkampfleitung

Sa · 06:30–09:00

Wettkampfbüro: Startnummern, Rangverkündungslisten

3

Zwei Personen mit Laptop-Erfahrung

Sa · 07:00–12:00

Wertungsrichter Geräteturnen

6

Lizenz erforderlich, Zuteilung durch Technische Leitung

Sa · 07:30–12:30

Riegenbetreuung Jugend, Anlagenführung

4

Treffpunkt Infozelt

Sa · 08:00–13:00

Küche: Vorbereitung Mittagsservice

5

Hygieneinstruktion vor Ort, 15 Minuten

Sa · 11:00–16:00

Festwirtschaft Service und Ausschank

8

Ausschank ab 18 Jahren

Sa · 16:00–19:00

Saalumbau für Unterhaltungsabend

10

Bühne, Bestuhlung, Tontechnik – nach Bühnenplan

Sa · 18:30–23:30

Abendkasse und Garderobe

4

Ticketliste im Kassenordner

Sa · 22:00–03:00

Barbetrieb nach der Aufführung

6

Ab 18 Jahren, Schichtwechsel um 00:30

So · 08:00–13:00

Abbau Zelt, Anlagen, Reinigung Halle

20

Pflichteinsatz aller Riegen

Die Barschicht bis 03:00 wird in der Praxis besser gefüllt, wenn sie um 00:30 einen Wechsel hat: Zwei kurze Blöcke finden mehr Freiwillige als ein Block über fünf Stunden.

Was für Turnvereine besonders relevant ist

Riegen, Einsatzpflicht und die Realität von Auf- und Abbau.

Auf- und Abbau als grösster Posten

Bei Turnfesten und Unterhaltungsabenden liegt der Personalbedarf nicht am Anlass selbst, sondern davor und danach. Diese Schichten brauchen hohe Platzzahlen und einen höheren Einsatzwert, damit sie überhaupt gefüllt werden.

Riegen als Planungseinheit

Aktivriege, Männerriege, Damenriege, Jugend: Jedes Mitglied gehört einer Riege an. Die Auswertung zeigt pro Riege, wie viele Einsätze geleistet wurden – die Grundlage für jede Diskussion an der HV.

Doppelmitgliedschaften saubere Zuordnung

Wer in zwei Riegen turnt, würde jeden Einsatz doppelt zählen. Punkte werden deshalb bei Doppelmitgliedschaft aufgeteilt, damit keine Riege statistisch bevorteilt wird.

Küche und Wettkampf getrennt führen

Küche, Festwirtschaft, Wettkampf und Infrastruktur werden als eigene Bereiche mit eigenen Verantwortlichen geführt. Jeder plant seine Schichten selbst, ohne im Plan der anderen zu arbeiten.

Was am Wettkampftag zählt

Am Wettkampftag laufen mehrere Zeitpläne parallel: der Wettkampfplan der Riegen, der Serviceplan der Festwirtschaft und die Küche, die zum Mittagsservice fertig sein muss. Die Verantwortlichen der Bereiche arbeiten deshalb unabhängig voneinander. Wer die Küche führt, verschiebt seine Schichten selbst, wenn der Wettkampf eine Stunde Verspätung hat, ohne dass die Eventleitung eingreifen muss.

Nach dem Fest braucht der Vorstand zwei Dokumente. Erstens die Riegenstatistik: alle Mitglieder pro Riege mit ihren geleisteten Einsätzen, inklusive derjenigen ohne Einsatz. Zweitens die Gesamtauswertung mit Belegung, offenen Posten und Anwesenheit als PDF, das sich unverändert an die Hauptversammlung mitnehmen lässt. Beides entsteht aus den Daten des Anlasses, nicht aus einer zusätzlichen Nachbearbeitung.

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