Für Musikvereine

Konzertwochenende
planen, obwohl alle selber spielen

Im Musikverein sind Helfer und Mitwirkende dieselben Personen. Schichtplaner richtet die Zeitfenster am Programmablauf aus, damit niemand gleichzeitig auf der Bühne und am Ausschank eingeteilt ist.

Das Grundproblem: Das Personal steht auf der Bühne

Ein Sportverein kann seine Helferschichten mit Mitgliedern besetzen, die an diesem Tag nichts anderes zu tun haben. Ein Musikverein kann das nicht. Von 20:00 bis 21:45 spielen fast alle, die sonst helfen würden – Abendkasse, Beizli und Garderobe müssen in dieser Zeit von Partnern, Eltern, Passivmitgliedern oder der Jugendmusik betreut werden. Nach dem Schlussapplaus kehrt sich das Verhältnis um: Dann stehen 35 Personen zur Verfügung, und der Beizli-Block bis 01:00 ist ohne Mühe gefüllt.

Dazu kommt, dass ein Konzertabend nach Programm läuft, nicht nach Uhrzeit. Die Pause beginnt, wenn das dritte Stück zu Ende ist, ungefähr um 20:50. Wer den Pausenverkauf als Schicht «21:00 bis 22:00» plant, hat in den entscheidenden zehn Minuten niemanden am Ausschank. Zeitfenster müssen sich deshalb am Ablauf orientieren und dürfen sich überlappen.

Schichtplaner löst das nicht mit einer Automatik, sondern mit Klarheit: Jede Schicht trägt ihr genaues Zeitfenster, ihre Auflagen und ihre Beschreibung. Wer sich anmeldet, weiss, ob er das Konzert sieht oder arbeitet.

Beispiel-Schichtplan: Jahreskonzert mit Beizli

Freitag Aufbau, Samstag Konzert und Nachtbetrieb, Sonntag Abbau und Marschmusik-Auftritt am Dorfmarkt. Zehn Schichten, 53 Plätze.

Fr · 18:00–21:30

Bühnenaufbau, Podeste, Notenpulte, Licht

8

Nicht für Mitwirkende der Generalprobe

Sa · 13:00–16:00

Saalbestuhlung und Tischdekoration

6

Saalplan hängt beim Eingang

Sa · 17:30–20:00

Abendkasse und Programmverkauf

3

Nur Nicht-Mitwirkende, Konzertbeginn 20:00

Sa · 17:30–20:15

Garderobe und Einlass

4

Türen um 19:15, Saalschluss bei Konzertbeginn

Sa · 19:00–22:00

Beizli Block 1: Ausschank und Service

5

Ab 18 Jahren, Pausenverkauf ab 20:50

Sa · 19:00–23:00

Küche: Kalte Platten, Wurst-Käse-Salat

4

Jugendmusik ab 14 Jahren erlaubt

Sa · 21:45–01:00

Beizli Block 2 nach Konzertende

6

Hier helfen die Mitwirkenden – Auftritt beendet

Sa · 23:30–02:00

Tombola-Ausgabe und Kassenabschluss

2

Vorstandsmitglied anwesend

So · 08:30–12:00

Bühne demontieren, Saal reinigen, Material verladen

12

Materiallisten im Depot

So · 09:30–12:30

Marschmusik: Instrumententransport und Betreuung

3

Anschluss an Auftritt am Dorfmarkt

Der Block von 19:00 bis 22:00 ist der schwierigste des Abends: Er braucht Personen, die nicht mitspielen. Ihn zuerst und mit persönlicher Anfrage zu besetzen, spart später Hektik.

Was für Musikvereine besonders relevant ist

Vier Punkte, die sich direkt aus dem Konzertbetrieb ergeben.

Mitwirkende sind keine Helfer – zur gleichen Zeit

Wer im Konzert spielt, kann während des Konzerts nicht an der Kasse stehen. Schichten während des Auftritts werden deshalb nur für Nicht-Mitwirkende geöffnet, Schichten danach gezielt für das Register.

Zeitfenster am Programmablauf ausgerichtet

Pausenverkauf, Türöffnung und Konzertende bestimmen die Schichtgrenzen, nicht runde Uhrzeiten. Zeitfenster mit Minutengenauigkeit sind darum die Regel, nicht die Ausnahme.

Beizli in zwei Blöcken

Der Betrieb vor und nach dem Konzert unterscheidet sich völlig. Zwei Schichten mit unterschiedlicher Besetzung und unterschiedlicher Platzzahl sind planbarer als ein Block über den ganzen Abend.

Material und Transport als eigener Bereich

Instrumententransport, Podeste, Notenpulte und Uniformen sind ein eigener Bereich mit eigenem Verantwortlichen – inklusive Materiallisten direkt in der Schichtbeschreibung.

Marschmusik, Ständchen und der Rest des Jahres

Neben dem Jahreskonzert besteht das Vereinsjahr aus vielen kleinen Verpflichtungen: Marschmusikauftritt am Dorfmarkt, Ständchen im Altersheim, Platzkonzert, Beizli am Dorffest, Kirchenmusik. Diese Anlässe brauchen selten mehr als eine Handvoll Helfer, aber sie brauchen sie zuverlässig – meistens für Transport, Uniformen und Verpflegung.

Weil alle diese Anlässe im gleichen System liegen, entsteht über das Jahr eine Übersicht, die vorher niemand hatte: Wer war bei welchem Auftritt im Einsatz? Für Vereine, die eine Vergütung oder eine Entlastung beim Mitgliederbeitrag an geleistete Einsätze koppeln, ist das die Rechnungsgrundlage. Für alle anderen ist es zumindest ein Argument, wenn im Frühling wieder dieselben drei Personen den Anhänger laden.

Fragen aus Musikvereinen

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