Für Feuerwehr & Samaritervereine

Sanitätsdienst, Posten und Pikett
verlässlich besetzt

Hier zählt nicht, wer sich zuerst meldet, sondern wer die Anforderungen erfüllt und ob die Mindestbesetzung steht. Schichtplaner führt Posten, Bereitschaft und Dienststunden im selben Plan.

Dienst ist keine Helferschicht

Bei einem Fest kann eine Barschicht knapp besetzt sein – dann geht es eben etwas langsamer. Bei einem Sanitätsposten oder einer Brandwache gilt das nicht. Die Besetzung ist Teil der Bewilligung des Anlasses, und wenn die vorgeschriebene Anzahl nicht erscheint, ist das kein Komfortproblem, sondern ein Verstoss gegen eine Auflage. Deshalb braucht die Planung im Feuerwehr- und Samariterbereich zwei Dinge, die bei anderen Vereinen nachrangig sind: nachvollziehbare Qualifikationen und eine Besetzung, die auf einen Blick als vollständig oder unvollständig erkennbar ist.

Dazu kommt die Eigenart des Pikettdienstes. Pikett ist eine Zeitspanne mit Erreichbarkeitspflicht, kein Ort mit einer Person darauf. Wer Pikett hat, sitzt zu Hause, hält das Telefon bereit und muss innerhalb einer definierten Frist am Depot sein. In einer Tabelle mit Postenspalten lässt sich das kaum abbilden, in einem Schichtplan mit Zeitfenstern und Beschreibung sehr gut.

Der dritte Unterschied ist die Nachbereitung. Dienststunden sind bei vielen Vereinen entschädigungsrelevant oder Teil einer Mindestdienstpflicht. Sie müssen also nicht nur geplant, sondern auch belegt werden.

Beispiel-Dienstplan: Sanitäts- und Sicherheitsdienst an einem Fest

Ein Wochenendauftrag mit Sanitätsposten, Patrouille, Verkehrsdienst, Brandwache und Pikett – zehn Dienste, 32 Plätze.

Fr · 16:00–18:00

Sanitätsposten einrichten, Material und Sauerstoff prüfen

2

Materialcheckliste, Defibrillator testen

Fr · 18:00–23:00

Sanitätsposten Festgelände, Block 1

3

Mindestens eine Person mit Stufe IVR 2

Fr · 22:30–03:00

Sanitätsposten Festgelände, Nachtblock

3

Erfahrungsgemäss die einsatzreichste Schicht

Sa · 09:00–13:00

Patrouille Umzugsstrecke, zwei Zweierteams

4

Funkkanal 3, Meldung an Einsatzleitung stündlich

Sa · 10:00–16:00

Verkehrsdienst Zufahrt und Rettungsachse freihalten

6

Warnkleidung Pflicht, Instruktion 09:30

Sa · 13:00–19:00

Sanitätsposten Festgelände, Block 2

3

Übergabe mit Rapportbuch

Sa · 18:00–24:00

Brandwache Festzelt und Feuerspektakel

4

Feuerwehr, Löschposten und Handfeuerlöscher bereit

Sa · 00:00–08:00

Pikett Sanität (Bereitschaft zu Hause)

2

Erreichbarkeit 15 Minuten, Fahrzeug beim Depot

So · 08:00–14:00

Sanitätsposten Sportprogramm

2

Kinderwettkämpfe – erhöhter Bedarf an Bagatellversorgung

So · 14:00–17:00

Abbau Posten, Material reinigen, Rapport erstellen

3

Verbrauchsmaterial nachbestellen, Ereignisse dokumentieren

Der Nachtblock von 22:30 bis 03:00 ist der Dienst mit den meisten Ereignissen. Ihn mit drei statt zwei Personen zu planen und höher zu bewerten, entspricht der tatsächlichen Belastung.

Was im Dienstbetrieb besonders relevant ist

Anforderungen, Mindestbesetzung, Bereitschaft und klare Postenangaben.

Qualifikation vor Freiwilligkeit

Ein Sanitätsposten braucht die richtige Ausbildungsstufe, nicht die schnellste Anmeldung. Solche Posten werden direkt zugeteilt, während einfache Dienste zur freien Anmeldung offenstehen.

Mindestbesetzung ist nicht verhandelbar

Wenn drei Personen vorgeschrieben sind, sind zwei kein gültiger Zustand. Unterbesetzte Schichten sind in der Übersicht sofort erkennbar, und die Platzzahl kann nicht durch Zufall überschritten werden.

Pikett als Bereitschaft statt Posten

Pikett ist ein Zeitfenster mit Namen, Erreichbarkeit und Alarmierungsweg – kein Standort. Es wird als eigene Schicht mit Bereitschaftshinweis geführt und getrennt bewertet.

Posten mit Ort und Instruktion

Streckenabschnitt, Funkkanal, Treffpunkt und Instruktionszeit gehören in die Schicht. Wer eingeteilt ist, hat diese Angaben in der Erinnerung auf dem Handy, ohne im Gruppenchat zu suchen.

Vom Auftrag zur Abrechnung

Viele Samaritervereine finanzieren einen wesentlichen Teil ihres Budgets über Postendienste an Anlässen Dritter. Dieser Ablauf ist jedes Mal derselbe: Anfrage entgegennehmen, benötigte Besetzung festlegen, Mitglieder einteilen, Dienst leisten, Rechnung stellen. Wenn die Dienste im gleichen System geführt werden, ist die Rechnungsgrundlage schon vorhanden, sobald der Anlass vorbei ist – geleistete Stunden pro Person und pro Auftrag, ohne Rekonstruktion aus Notizen.

Bei der Feuerwehr steht eher die interne Gerechtigkeit im Vordergrund. Wenn die Brandwache an der 1.-August-Feier und die Verkehrsdienste am Dorffest immer von derselben Handvoll Leute geleistet werden, kann der Kommandant das mit der Jahresübersicht belegen und die Einteilung im nächsten Jahr bewusst anders aufbauen. Ohne Zahlen bleibt es beim Eindruck, mit Zahlen wird es zur Planung.

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