Für Festivals & Openairs

Hunderte Helfer
rund um die Uhr koordiniert

Aufbauwoche, Bändeli-Ausgabe, Bars, Camping-Nachtschicht, Reinigung um sechs Uhr morgens und zwei Abbau-Etappen. Schichtplaner gliedert das in Ressorts, statt alles in eine Liste zu pressen.

Ab einer bestimmten Grösse kippt jede Liste

Ein Openair mit 5000 Besuchern braucht schnell 300 bis 600 Helferschichten. Damit verändert sich die Aufgabe grundlegend. Es geht nicht mehr darum, einen Plan zu schreiben, sondern darum, zwanzig Personen gleichzeitig planen zu lassen, ohne dass sie sich in die Quere kommen. Der Barchef muss seine 40 Schichten selbst bewirtschaften können, während das Einlassteam parallel seine Instruktionszeiten verschiebt und die Produktion die Backstage-Zugänge festlegt.

Der zweite grosse Unterschied zu Vereinsanlässen: Die Helfer sind grösstenteils fremd. Sie kommen über einen öffentlichen Aufruf, kennen weder das Gelände noch die Abläufe und arbeiten gegen ein Ticket oder eine Vergütung. Das erhöht die Anforderung an die Beschreibung jeder Schicht – Treffpunkt, Ansprechperson, Kleidung, Instruktion – und an den Nachweis: Wer nachweislich drei Schichten geleistet hat, bekommt sein Bändeli-Depot zurück, wer nicht erschienen ist, nicht.

Dritter Punkt: Der Betrieb läuft durch. Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens passieren Camping-Runden, Wiedereintrittskontrollen und Reinigungsarbeiten. Nachtblöcke sind also nicht die Ausnahme, sondern rund ein Drittel des Plans.

Beispiel-Schichtplan: Openair über drei Festivaltage

Ein Auszug aus einem Plan von Aufbauwoche bis Abbau. Zwölf Schichten mit 148 Plätzen – im vollständigen Plan wiederholen sich diese Blöcke pro Tag und pro Bar.

Mo · 08:00–17:00

Aufbau: Bühne, Zäune, Bodenplatten

25

Aufbauwoche, Verpflegung inklusive, Sicherheitsschuhe Pflicht

Do · 14:00–20:00

Helferbüro: Bändeli-Ausgabe und Ausweise

4

Helferliste, Depot 20 CHF pro Bändeli

Do · 16:00–22:00

Einlass Haupttor: Ticketscan und Taschenkontrolle

10

Instruktion 15:30, Zusammenarbeit mit Sicherheitsdienst

Do · 18:00–00:00

Bar Mainstage, Schicht 1

12

Ab 18 Jahren, Kassensystem-Einführung vor Ort

Fr · 00:00–06:00

Camping-Nachtschicht: Info, Lärmrunde, Sanitär

6

Nachtzuschlag im Einsatzwert, Funk und Taschenlampe

Fr · 06:00–12:00

Reinigung Gelände und Sanitäranlagen

12

Unbeliebt, deshalb doppelt bewertet

Fr · 12:00–18:00

Bändeli-Kontrolle Backstage und Artist-Catering

5

Diskretion, keine Fotos, Ansprechperson Produktion

Fr · 18:00–00:00

Bar Zeltbühne, Schicht 2

12

Ab 18 Jahren, Bonabrechnung um 23:30

Sa · 00:00–06:00

Einlass Nachtschicht und Wiedereintritt

6

Bändeli-Prüfung, Übergabe an Frühschicht

Sa · 10:00–16:00

Infopoint, Fundbüro, Garderobe

6

Fundgegenstände protokollieren

So · 08:00–16:00

Abbau Etappe 1: Bars, Zäune, Camping

30

Voraussetzung für Bändeli-Depotrückgabe

Mo · 08:00–16:00

Abbau Etappe 2: Bühnen, Technik, Rückführung Mietmaterial

20

Inventar mit Lieferantenliste abgleichen

Die beiden Abbau-Etappen am Sonntag und Montag sind der wirksamste Hebel für die Helfergewinnung: Wer das Bändeli-Depot an die Abbauschicht koppelt, hat den Montagmorgen erfahrungsgemäss zuverlässig besetzt.

Was bei Festivals besonders relevant ist

Struktur, Nachtbetrieb, externe Helfer und der Leistungsnachweis.

Ressorts statt einer langen Liste

Bei 600 Schichten funktioniert keine Gesamtliste. Einlass, Bars, Camping, Reinigung, Technik und Backstage sind eigene Ressorts mit eigenen Verantwortlichen und Unterkategorien.

Rund-um-die-Uhr-Blöcke

Der Betrieb kennt keine Nacht. Schichtblöcke von 00:00 bis 06:00 werden normal geführt, höher bewertet und mit den gleichen Erinnerungen versehen wie Tagesschichten.

Hunderte externe Helfer

Die meisten Helfer sind keine Mitglieder, sondern kommen über einen Aufruf. Sie registrieren sich über den Einladungslink, wählen ihre Schichten und werden Gruppen zugeordnet.

Bändeli, Depot und Leistungsnachweis

Wer die vereinbarten Schichten geleistet hat, erhält Ticket, Depot oder Vergütung. Die bestätigten Anwesenheiten sind der Nachweis – als Liste oder als Beleg pro Person.

Während des Festivals: sehen statt suchen

Im Betrieb interessiert die Helferkoordination nur eine Frage: Wo fehlen gerade Leute? Die Belegungsübersicht zeigt pro Ressort, welche Schichten unterbesetzt sind. Weil die Anwesenheit über QR-Check-in erfasst wird, ist der Unterschied zwischen «zugeteilt» und «tatsächlich da» sichtbar – bei einem Openair sind das erfahrungsgemäss fünf bis zehn Prozent Differenz, die man kennen muss, bevor die Bar öffnet.

Nach dem Festival zählt die Nachbereitung. Der Helferverantwortliche exportiert die geleisteten Schichten pro Person als CSV für die Ticket- oder Depotabrechnung und die Gesamtauswertung als PDF für die Schlusssitzung. Diese Zahlen sind gleichzeitig die Grundlage für die Planung des nächsten Jahres: welche Ressorts überbesetzt waren, wo No-Shows gehäuft auftraten und welche Zeitfenster nie freiwillig gewählt wurden.

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